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Trockenbauer bedient präzise Fräsmaschine auf Werkbank, daneben gestapelte Gipskartonplatten, feiner weißer Staub im Werkstattlicht.

Fachkräftemangel im Trockenbau: Was können Unternehmen konkret tun?

Pascale Ramos ·

Der Fachkräftemangel im Trockenbau lässt sich nicht mit einer einzelnen Maschine oder Maßnahme lösen. Betriebe können aber beeinflussen, wofür ihre vorhandenen Fachkräfte eingesetzt werden. Genau dort liegt ein wichtiger Hebel.

Wenn erfahrene Trockenbauer auf der Baustelle regelmäßig Maße übertragen, Platten anreißen, Formteile zuschneiden und anschließend nacharbeiten, steht diese Arbeitszeit nicht für andere Montageaufgaben zur Verfügung. Ein Teil dieser Tätigkeiten lässt sich vor die eigentliche Montage verlagern und in einem definierten Fertigungsprozess bündeln.

Vorfertigung und passende Maschinentechnik helfen deshalb nicht, fehlende Mitarbeiter einfach zu ersetzen. Sie können aber dafür sorgen, dass weniger qualifizierte Arbeitszeit für wiederkehrende Fertigungsschritte benötigt wird.

Warum verschärfen wiederkehrende Arbeiten den Fachkräftemangel im Trockenbau?

Personalengpässe werden besonders dann spürbar, wenn qualifizierte Mitarbeiter Tätigkeiten übernehmen, die sich bei vielen Bauteilen ständig wiederholen.

Ein typischer Ablauf für ein Formteil kann beispielsweise aus Aufmaß, Anreißen, Zuschnitt, Fräsung, Kontrolle, Anpassung und Montage bestehen. Bei einem einzelnen Bauteil fällt dieser Aufwand kaum auf. Wiederholt sich derselbe Prozess jedoch bei vielen L-Ecken, Rohrverkleidungen oder Nischen, bindet er regelmäßig Facharbeiterstunden.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur: Wie viele Mitarbeiter fehlen? Ebenso wichtig ist: Welche Aufgaben müssen diese Mitarbeiter heute täglich übernehmen?

Gerade wiederkehrende Zuschnitt- und Bearbeitungsarbeiten bieten einen Ansatzpunkt, um vorhandene Kapazität anders zu organisieren.

Welche Maßnahmen helfen bei Personalengpässen?

Ein sinnvoller erster Schritt ist eine klare Aufgabentrennung. Nicht jede Tätigkeit muss von derselben Person vom Anfang bis zum Ende ausgeführt werden.

Erfahrene Mitarbeiter werden vor allem dort benötigt, wo Aufmaß, technische Entscheidungen, anspruchsvolle Anschlussdetails oder Qualitätskontrolle Fachwissen voraussetzen. Wiederkehrende Bearbeitungsschritte können dagegen stärker standardisiert und an definierten Arbeitsplätzen ausgeführt werden.

Ein möglicher Ablauf ist:

Fachkraft nimmt Maß und definiert das Bauteil → Fertigung stellt das Formteil her → Qualitätskontrolle prüft das Ergebnis → Montageteam baut es ein.

Damit bleibt Fachwissen im Prozess erhalten, wird aber gezielter eingesetzt.

Wie hilft Vorfertigung gegen den Fachkräftemangel im Trockenbau?

Vorfertigung verlagert geeignete Arbeitsschritte von der Baustelle in eine Werkstatt oder einen definierten Fertigungsbereich.

Dort können L- und U-Formteile, Rohrverkleidungen, Fensterlaibungen, Nischen oder andere Bauteile zugeschnitten, gefräst und kontrolliert werden. Anschließend gelangen sie vorbereitet zur Baustelle.

Der Unterschied zeigt sich im Ablauf.

Ohne Vorfertigung:

messen → anreißen → zuschneiden → Formteil herstellen → anpassen → montieren

Mit Vorfertigung:

Fertigungsdaten übergeben → Formteil herstellen → kontrollieren → kennzeichnen → montieren

Auf der Baustelle bleibt dadurch weniger Fertigungsarbeit übrig. Das Montageteam kann sich stärker auf Ausrichtung, Befestigung und Anschlussarbeiten konzentrieren.

Muss weniger erfahrenes Personal dadurch komplexere Arbeiten übernehmen?

Nicht automatisch. Der sinnvollere Ansatz ist, den Fertigungsprozess so klar aufzubauen, dass nicht jede Entscheidung bei jedem Bauteil erneut getroffen werden muss.

Feste Maße, definierte Anschläge, Arbeitsanweisungen und Qualitätskontrollen können einzelne Aufgaben leichter übertragbar machen. Eine weniger erfahrene Person kann beispielsweise Material bereitstellen oder einen definierten Bearbeitungsschritt ausführen, während die Fachkraft Einrichtung und Kontrolle übernimmt.

Das reduziert die Abhängigkeit davon, dass der erfahrenste Mitarbeiter jeden einzelnen Zuschnitt selbst herstellen muss.

Wichtig bleibt aber: Standardisierung ersetzt kein Fachwissen. Sie sorgt dafür, dass dieses Wissen an den entscheidenden Stellen eingesetzt wird.

Welche Rolle spielt Standardisierung?

Standardisierung wird im Trockenbau häufig mit identischen Serienbauteilen verwechselt. Das greift zu kurz.

Eine Rohrverkleidung kann bei jedem Projekt andere Maße haben. Trotzdem können Materialbereitstellung, Fräsung, Kontrolle und Kennzeichnung immer nach demselben Ablauf erfolgen.

Standardisiert wird damit nicht zwingend die Geometrie des Bauteils, sondern seine Herstellung.

Ein wiederkehrender Prozess kann beispielsweise so aussehen:

Aufmaß → Fertigungsdaten → Material bereitstellen → einstellen → bearbeiten → kontrollieren → kennzeichnen → montieren

Dadurch muss der Ablauf nicht bei jedem Auftrag neu organisiert werden.

Welche Arbeiten sollten zuerst aus der Baustelle verlagert werden?

Nicht jede Tätigkeit eignet sich gleich gut für die Vorfertigung. Der größte Hebel liegt meist bei Arbeiten, die häufig auftreten und mehrere Bearbeitungsschritte verursachen.

Dazu können gehören:

  • wiederkehrende L- und U-Formteile
  • Rohrverkleidungen
  • Fensterlaibungen
  • Nischen
  • Lichtvouten
  • Deckenabkofferungen
  • Bauteile mit Ausschnitten oder Fräsungen

Einfache Anpassungsschnitte oder Maße, die erst am Einbauort sicher feststehen, bleiben dagegen häufig sinnvoll auf der Baustelle.

Das Ziel lautet also nicht, möglichst viel zu verlagern. Es geht darum, die richtigen Tätigkeiten aus dem Baustellenprozess herauszunehmen.

Welche Maschinen können Fachkräfte entlasten?

Maschinentechnik wird dann interessant, wenn sich Bearbeitungen regelmäßig wiederholen.

Stationäre Fräs- und Sägetische ermöglichen feste Anschläge und wiederverwendbare Einstellungen. Mobile Systeme bieten ähnliche Unterstützung an wechselnden Einsatzorten. CNC-gesteuerte Maschinen können Bearbeitungswege digital vorgeben und bei passenden Bauteilen erneut ausführen.

Welche Technik sinnvoll ist, hängt von den tatsächlichen Aufgaben ab. Ein Betrieb mit vielen einfachen L-Formteilen benötigt eine andere Lösung als ein Vorfertigungsbetrieb mit komplexen Sondergeometrien.

Deshalb sollte die Reihenfolge immer lauten:

Arbeitsschritte analysieren → Bauteile auswählen → Prozess standardisieren → passende Maschine bestimmen.

Nicht umgekehrt.

Wie kann Vorfertigung den Personalbedarf auf der Baustelle reduzieren?

Der Personalbedarf verändert sich vor allem dadurch, dass weniger Herstellung direkt am Einbauort stattfindet.

Ein Mitarbeiter auf der Baustelle muss dann beispielsweise nicht mehr aus mehreren Plattenstücken eine Rohrverkleidung herstellen. Das vorbereitete Formteil wird angeliefert, kontrolliert, ausgerichtet und montiert.

Dadurch werden Facharbeiterstunden von Fertigung zu Montage verschoben. Gleichzeitig können mehrere Bauteile in der Werkstatt gebündelt hergestellt werden.

Das bedeutet nicht, dass plötzlich deutlich weniger Menschen benötigt werden. Aber dieselben Mitarbeiter können mehr Montageaufgaben übernehmen, weil wiederkehrende Fertigungsarbeiten an anderer Stelle organisiert sind.

Wann lohnt sich eine Fräs- oder Sägemaschine?

Eine pauschale Stückzahl lässt sich dafür nicht seriös nennen. Entscheidend ist, wie viel Arbeitszeit heute durch wiederkehrende Bearbeitung gebunden wird.

Hilfreich ist ein Vergleich für ein häufig benötigtes Bauteil. Wie lange dauern Messen, Anreißen, Zuschneiden, Fräsen und Nacharbeit heute? Wie verändert sich dieser Aufwand, wenn das Bauteil an einem festen Fertigungsplatz mit wiederholbaren Einstellungen hergestellt wird?

Zusätzlich sollten Materialverluste, Rüstzeit, Maschinenkosten und der Montageaufwand betrachtet werden.

Erst dieser Vergleich zeigt, ob sich eine Maschine im konkreten Betrieb kosteneinsparend einsetzen lässt.

Wie bleibt ein Trockenbaubetrieb langfristig handlungsfähig?

Langfristig reicht es nicht, nur einzelne Personalengpässe zu überbrücken. Betriebe müssen ihre Prozesse so organisieren, dass nicht jede Aufgabe von wenigen einzelnen Fachkräften abhängt.

Dafür sind drei Punkte besonders wichtig: klare Arbeitsabläufe, reproduzierbare Fertigungsprozesse und eine sinnvolle Trennung zwischen Werkstatt und Montage.

Vorfertigung kann dabei einen wichtigen Beitrag leisten. Bauteile werden vorbereitet, kontrolliert und anschließend montagegerecht bereitgestellt. Gleichzeitig kann Maschinentechnik wiederkehrende Zuschnitte und Fräsungen unterstützen.

So entsteht ein Betrieb, in dem Fachwissen gezielter eingesetzt wird und wiederkehrende Aufgaben weniger stark von einzelnen Personen abhängen.

Fazit: Fachkräftemangel im Trockenbau mit besseren Prozessen abfedern

Der Fachkräftemangel im Trockenbau lässt sich nicht allein durch Vorfertigung oder Maschinentechnik lösen. Betriebe können jedoch den Arbeitsaufwand so organisieren, dass vorhandene Fachkräfte weniger Zeit mit wiederkehrenden Zuschnitt- und Fertigungsaufgaben verbringen.

Ein sinnvoller Ansatz beginnt mit der Analyse der heutigen Arbeitsschritte. Danach werden geeignete Bauteile in die Vorfertigung verlagert und nach einem klaren Ablauf hergestellt. Maschinen unterstützen dort, wo sich Bearbeitungen regelmäßig wiederholen.

So kann sich das Baustellenteam stärker auf Montage, Anschlussdetails und anspruchsvolle Aufgaben konzentrieren.

Der entscheidende Hebel liegt deshalb nicht darin, mit weniger Personal einfach schneller zu arbeiten. Er liegt darin, vorhandene Fachkräfte von wiederkehrenden Fertigungsschritten zu entlasten und ihre Arbeitszeit dort einzusetzen, wo ihr Wissen tatsächlich benötigt wird.

Wie flextos Ihren Trockenbaubetrieb konkret unterstützt

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Mit den SUPERCUT Maschinen unterstützen wir beispielsweise Trockenbauunternehmen, Vorfertigungsbetriebe und industrielle Ausbauunternehmen weltweit dabei, ihre Produktion nachhaltig effizienter zu gestalten:

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Als Spezialist für Fräs- und Sägemaschinen im Trockenbau entwickeln, produzieren und vertreiben wir unsere Systeme selbst – praxisnah, anwenderorientiert und mit direktem Bezug zur täglichen Arbeit im Innenausbau.

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